VIS _ Lilihill Klagenfurt
 

Zwei Zinshäuser oder die gestärkte Innenstadt

Historisch gesehen ist die Villacher Straße eine wichtige Ausfahrtsstraße nach Westen in Richtung Wörthersee, beginnend am „Villacher Tor“ an der ehemaligen Stadtmauer Klagenfurts. Verlaufend erstreckte sich hier die „Villacher Vorstadt“ welche zum historischen Stadtgebiet Klagenfurts zählt. Angrenzend an die „Villacher Vorstadt“ entstanden im 18. Jahrhundert weitere Siedlungsbereiche.
Die heutige Villacher Straße wird teilweise von Biedermeierbauten und teils von Bauten um 1900 gesäumt.

Das Bauvorhaben umfasst zwei Zinshäuser an der Villacher Straße.
Beim Eckgebäude handelt es sich um ein viergeschoßiges Bauwerk, das für Büro- und Wohnzwecke genutzt wird. Auffallend ist der den Gehsteig überragende Erker, der bis ins Dachgeschoß führt sowie die Dreiecksgiebel der Fenster im ersten Obergeschoß. Die Fassade wird gegliedert durch zwei Gurtgesimse, eines über dem Erdgeschoß und ein weiteres über dem zweiten Obergeschoß.
Das im Süden angrenzende Gebäude ist ein Wohn- und Bürohaus mit Souterrain, Erdgeschoß, erstem und zweitem Obergeschoß und ausgebautem Dachgeschoss. Die Fassadenteilung und das Fassadenbild wird vom Eckgebäude übernommen und weitergeführt. Die Dachtraufe befindet sich auf Höhe des zweiten Gurtgesimses des Eckgebäudes.

Die beiden Häuser wurden von Grund auf revitalisiert und mit einem zentralen, beide Gebäude bedienenden Lift ausgestattet. Im Zuge der Dachsanierung erfolgte auch eine Veränderung der Dachlandschaft.  Zur Belichtung der Räume öffnet sich die bestehende Dachfläche in Form von parallel zur Dachfläche verschobenen Gaupen. Zusätzlich für natürliche Belichtung sorgen große Dachflächenfenster und vertikale Fensterschlitze. Nach Süden hin wurde der bestehende Walm abgebrochen und die seitlichen Dachflächen in Richtung Süden vorgezogen. Als Verbindungselement für die zwei Gebäude dient eine Flügelkonstruktion, welche die Ebene der westlichen Gaupe aufnimmt und weit auskragend nach Süden eine Teilüberdachung für die großzügige Dachterrasse bildet.

Die Revitalisierung der beiden Zinshäuser hat in vielerlei Hinsicht positive Auswirkungen auf die Stadt. Die historisch gewachsene und identitätsstiftende Villacher Vorstadt wird gestärkt. Die Mischung aus Wohnungen und Büros belebt die Innenstadt. Der zeitgemäße Ausbau des Dachgeschoßes verknüpft die beiden Gebäude zu einem Ensemble. Das neue Dach aus dunklen Stehfalzblechen schmiegt sich wie eine zarte Haut über die beiden Zinshäuser.
Die neu geschaffene Nutzfläche sorgt für eine verträgliche und sinnvolle Verdichtung nach innen.

Unser besonderer Dank gilt in diesem Fall dem Bauherrn, der Lilihill Group, die mit ihrer visionären und konsequenten Haltung die Realisierung dieses Projektes ermöglicht hat.

Architektur: spado architects   Fotos: Kurt Kuball (c)

 














 
 

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